Im Dietacherwald

Bei der Durchsicht meines Bücherregals fiel mir ein Büchlein in die Hände: Wanderungen in der Sagenwelt der Region Pyhrn – Eisenwurzen. Ich suche mir eine Wanderung aus, dem Wetter entsprechend nicht im Wald und Schatten, sondern entlang der Steyr von Klaus nach Frauenstein. Schon beim Wegfahren merke ich, dass von SW eine Wolkenbank aufzieht. Ich fahre dann die 10km bis Grünburg und drehe dann um, denn die Sonne hat sich hinter einer Nebel- und Wolkenwand versteckt. Ich beschließe daher in die andere Richtung zu fahren, denn dort ist noch blauer Himmel.
Der Auwald an der Enns flussaufwärts vom Kraftwerk Staning bietet sich an, denn allzuweit fahren möchte ich auch nicht, denn die Wolken ziehen sehr schnell.
Schon auf der Hinfahrt ein paar interessante Beobachtungen. Hinter Wolfern lagern friedlich in einem Feld ein Schwarm Kibitze und ein größeres Rudel Rehe.
Gleich hinter der FA. Engel biege ich in den Dietacher Wald ab, suche mir einen Parkplatz und marschiere los.
Fürsorglich füttert ein Imker seine Bienen mit Honig, der Weg führt mich einen Hang hinauf und ich durchquere eine mathematisch ausgerichtete Fichtenschonung.
Am Rand ein Ameisenhaufen und irgendjemand hat ihn im letzten Jahr mutwillig niedergetrampelt. Jetzt beobachte ich geschäftiges Treiben, aber nur an einer Stelle. Nadel um Nadel und kleinere Holzstückchen werden für den Wiederaufbau herbeigeschafft. „Nur nicht aufgeben!“, denke ich mir.


Entlang der Böschung der Enns ein Blick ins türkisfarbene Wasser. Es kontrastiert wunderschön mit den Brauntönen der noch laublosen Bäume. Weiter geht die Wanderung und ich werde Zeugin eines Revierkampfes zweier Rehböcke. Da wird ordentlich im Feld gescharrt, dass die Fetzen fliegen bis der Rivale in der Böschung verschwindet.

Dann eine Baumbegegnung mit Humor, denn ich spüre, wie mir jemand frecherweise die Zunge zeigt.
Es liegt viel Totholz herum und ein entwurzelter Baum wurde von den Armen des Nachbarn aufgefangen. Hier liegt er sicher.
Am Schluss noch blühender Seidelbast, der sich wunderschön vom Schnee abhebt.
Gleich daneben noch eine Besonderheit. Was mag diese Wurzel veranlasst haben einen Teil oberirdisch anzulegen? Ein Stein oder ein vermoderndes Stück Holz? Ich weiß es nicht.
In die andere Richtung zu fahren hat sich gelohnt, obwohl nach der Halbzeit sich auch hier die Sonne wieder hinter der Wolkenbank verzogen hat.

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Wallner-F. (Dienstag, 10 März 2015 12:32)

    DIE MUSIK IN UNS - IN MIR hat mir sehr gefallen. Das heißt nicht, dass mir sonst nichts gefiel, im ersten Augenschein sogar sehr viel. Liebe Grüße Wolfgang