Zurückversetzt in eine vergangene Zeit....

 

Heute Nacht schneite es, sanft und leicht – ohne hörbaren Sturm in der Nacht.

Das Wetter blieb trüb, doch ich wollte hinaus. Der Damberg bietet sich bei solchem Wetter an, denn die Schneelage ist überschaubar.

Als Jugendliche las ich mit Begeisterung „Der Hochwald“ und "Bunte Steine" von Adalbert Stifter. Mir gefiel die detaillierte Beschreibung der Natur, der Pflanzen, der Stimmungen in der Natur. Ich konnte mir die Landschaft, die er beschrieb so gut vorstellen.

Eine Erzählung in diesem Werk heißt „Bergkristall“. Es ist eine Geschichte, die am Heiligabend passiert, zwei Kinder verirren sich in einem Schneesturm, flüchten in eine Höhle und werden unversehrt gerettet. Ich gehe jetzt nicht auf den Symbolgehalt dieser Geschichte ein.
Bei der heutigen Wanderung vom Damberg zum Schwarzberg musste ich an eben diese Geschichte denken.


Ich bin allein unterwegs – das Areal des Höhenzuges Damberg – Schwarzberg gehört nur mir. Ich stehe allein auf dem Parkplatz.Tief verschneit die Landschaft, Nadelbäume geschmückt mit dicken gefrorenen Schneemützen, sie stehen da wie stolze Tänzerinnen, dichte Nebelfetzen, die die Sicht sehr stark einschränken, der Wind, der die Flocken vor sich hertreibt, Eiskristalle in Windrichtung an den nackten Stämmen und Ästen der Laubbäume. 

Ab und an ein Knacken – die dicht stehenden Buchen gehen auf Körperkontakt und ächzen. Eine sehr leise Stimme eines Vogels, die aber rasch wieder verstummt, Fährten von Reh- und Rotwild, nur mehr die Umrisse sind erkennbar, sogar eine Eichhörnchenspur vermeine ich zu erkennen, ich bin mir aber nicht sicher. Auf alle Fälle sind am Baumstamm auch die Spuren erkennbar. Der Wind hat sie schon wieder zugeweht. Irgendwo rasten sicher Rehe – es ist Mittagszeit, ich sehe aber nichts, höre auch nichts. Ich bin allein. Wenn der Wind kurz pausiert ist absolute Stille.


Ich war ein paar Stunden unterwegs – war Mitspieler in der Natur. Irgendwann hörten meine Gedanken auf zu tanzen... irgendwann war nur mehr "GEHEN".. Schritt für Schritt...manches Mal bis zu den Knien im Schnee.

 

Ja - anstrengender ist es schon durch den Schnee zu stapfen, ohne Schi und ohne Schneeschuhe, als in den anderen Jahreszeiten.
In der Nähe des Parkplatzes dann einige Besucher mehr, Hunde und ihre Besitzer und ein paar Kinder, die den Hang oberhalb des Gasthauses mit dem Schlitten herunterfahren. Ist ja schon 16:00, die Zeit ist so schnell vergangen und es beginnt wieder heftig zu schneien.

 

Ein Hufeisen . mit der Öffnung nach oben, bereit all das Glück aufzunehmen, das man sich wünscht....
So sagt der Brauch.


27.01.2015

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Wallner-F. (Dienstag, 10 März 2015 12:32)

    DIE MUSIK IN UNS - IN MIR hat mir sehr gefallen. Das heißt nicht, dass mir sonst nichts gefiel, im ersten Augenschein sogar sehr viel. Liebe Grüße Wolfgang