Eine Wanderung - ein Spiegel meines Lebens

Nebel - als ich am späten Vormittag beim Fenster hinausschaute. Die Sehnsucht nach Sonne und freier Sicht lockte mich ins Auto und führte mich Richtung Scharnstein. Bei einer Abzweigung kurz nach Pettenbach geht es zur Ruine Seisenburg. Ich wollte schon seit ein paar Jahren da hin - heute war sie wieder in meinen Gedanken. Sehr bald schien die Sonne und brachte die Felder und Wiesen zum Dampfen. Der sichtbar gemachte Atem von Mutter Erde fiel mir dazu ein.

Auf dem kleinen Parkplatz nur ich allein, der Aufstieg über eine Forststraße führte stetig bergan und nach einer 3/4 Stunde Gehzeit liegt die Burgruine Seisenberg vor mir. Durch die leeren Fenster schaut der blaue Himmel, Rotschwänzchen fliegen emsig umher. Eine kurze Rast auf einer Stiege, die Tollkirsche begrüßt ,ein wenig in den Ruinen herumgewandert. Ist nicht mehr viel übrig von dem imposanten Gebäude aus dem 12. Jht. .

Dann geht es weiter. Der Perneggerkogel war als anschließende Wanderung in einer Routenbeschreibung angegeben. Dem Wegweiser nach und ich komme direkt von der Sonne in die Dämmerung. Eine Weile geht es entlang eines schmalen Baches, der fröhlich gurgelt und bergab springt. Im Frühling dürfte da einiges los gewesen sein, denn überall liegen Baumstämme, versperren manches Mal fast den Weg. Aber immer wieder kann ich diese Tore passieren.

 

Drei Mal wollte ich umkehren, weil der Weg sichtbar nicht mehr weiterführte oder sehr schmal wurde, oder ein Teil abgerissen war. Dann steh ich vor einem Durcheinander von Ästen. Wo ist der Weg? Hat ihn das Schmelzwasser des Frühjahrs hier ganz abgerissen? Rechts geht auch kein Weg den Hang hinauf. Auch keine Markierung ist zu sehen. Ich gehe ein paar Schritte zurück. Da sehe ich ihn an der anderen Seite , wie er über den Bach führt, über ein paar Steine und dann in den hellen Buchenwald. Weiter gehts! Wege sind da, dass man sie geht!

 

10 Minuten steiler Anstieg , der dann auf die Forststraße führt. Ich begegne einem Pärchen mit 2 Hunden, die mich schwanzwedelnd begrüßen. Weiter geht es Richtung Perneggerkogel. Eigentlich möchte ich da hinauf. An der Weggabelung sehe ich durch den Wald ein kleines Stück Wiese, aber in der anderen Richtung. Es zieht mich und es ist eine Lichtung mit einem meiner Lieblingsbäume.

  Drei mächtige Lärchen stehen da und laden mich ein hier Rast zu machen. Zufrieden liege ich in der Sonne, schaue ins Geäst dieses Baumes, Wärme spüren von oben und von unten, so döse ich vor mich hin. Wunderschön ist es, friedlich und ich spüre die Energie dieses Baumes. Es ist ,als würden mich seine Wurzeln ganz sanft berühren.

 

Dann merke ich am Sonnenstand, dass es Zeit wird den Rückweg anzutreten. Auf der Flöte noch ein wenig spielen, dankbar sein für diese AUS-zeit und dann marschiere ich den Weg wieder zurück.

Es war eine Wanderung ,so wie das Leben. Ich gehe meinen Weg. Manches Mal sind Hindernisse da, manches Mal fühlt es sich an, als wären sie unüberwindbar, sogar ein paar Schritte zurück sind manches Mal notwendig, um den Weg aus einem weiten Blickwinkel zu betrachten, steil ist es manches Mal, dass mir dabei fast die Luft ausgeht. Aber immer wieder sind Abschnitte dabei, in denen ich mich erholen kann Wichtig ist auf der gesamten Wegstrecke auch rechts und links zu schauen, die Schätze am Wegesrand zu erkennen und sich daran erfreuen. Und nicht immer ist das geplante Ziel, das Ziel, das für mich vorgesehen ist. Der Ort an dem ich dann Halt mache und als mein Ziel erkenne, ist ein Ort der Ruhe und des Friedens.

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Wallner-F. (Dienstag, 10 März 2015 12:32)

    DIE MUSIK IN UNS - IN MIR hat mir sehr gefallen. Das heißt nicht, dass mir sonst nichts gefiel, im ersten Augenschein sogar sehr viel. Liebe Grüße Wolfgang