„Gartenarbeit“ oder im Garten meines Lebens


„Wenn man eine reiche Ernte haben  will, sollte man das Beet gut vorbereiten.“
Heute in einem Gespräch fiel dieser Satz. Jeder der einen kleinen oder großen Garten bestellt,  weiß darum.
Immer, wenn die letzten Spätwintertage sind, stehe ich vor meinem Küchenfenster und schaue auf den Garten, den ich bestellen darf. Es war Wiese, die ich umgewandelt habe und all den Pflanzen, die nach dem Auszug aus dem Haus zu mir wollten, ein neues Zuhause gegeben habe.
Da sind Iris aus Oregon, die ich von der Tante meiner Freundin Buffy geschenkt bekommen habe, der Damaszenerrosenstrauch, der ein halbes Jahr lang ohne Blätter dastand, nachdem ich ihm den neuen Platz zugeteilt hatte. Ich hab mit ihm geredet und gesagt: „Jetzt stehst du hier und ich weiß nicht, ob für dich der Schmerz des Ausgrabens zu groß war, dass du jetzt keine Kraft mehr hast neu auszutreiben. Zeige es mir, ob du dich hier wohl fühlst.“  Innerhalb von 14 Tagen trieb er aus und im Herbst schenkte er mir sogar ein paar Blüten.
Da ist der Rhabarberstock, dessen Grundsubstanz schon sehr alt ist, denn ich habe ihn im Garten meiner Tante in Puchheim ausgegraben, selbstverständlich seitdem mehrmals verjüngt, denn das liegt schon fast 20 Jahre zurück.
Ich schaue auf das Buxbäumchen  und überlege mir: Ausgraben oder stehen lassen, denn die Schneelast des heurigen Winters hat genau Äste im Zentrum abgedrückt und er hat ein Loch. Fürs Auge ist er nicht unbedingt schön anzusehen – aber ist das wirklich so wichtig?
Vor Ostern hab ich ihn dann beschnitten und auch mit ihm geredet:
„Ich brauche Zweige für einen Kranz, den ich binden möchte, ich kürze jetzt einmal nach Gefühl ein, vielleicht hilft es dir, dass du wieder frisch durchtreiben kannst.“

Aber nicht nur Blumen und Kräuter bevölkern meinen Garten, sondern ich habe auch ein Stück Wiese in Gemüsebeete umgewandelt. Das erste Mal in meiner fast 50 jährigen Gärtnerlaufbahn,  ich hatte schon als kleines Mädchen mein Beet in Omas Garten, das ich bestellen durfte,  habe ich sie im Herbst nicht umgegraben. Der Vorteil des Umgrabens war nicht direkt spürbar für mich. So entschloss ich mich heuer sie erst ein paar Tage bevor ich sie bestelle, umzugraben.
Wenn ich jetzt die bepflanzten Beete anschaue, denk ich mir, dass genau dieser Plan ein guter Plan war, denn es gedeiht alles sehr gut. Beide Beete waren nämlich von Beikräutern überwuchert.

Mein Garten ist ein buntes Durcheinander. Manches Mal versetze ich eine Pflanze, weil ich das Gefühl habe sie kümmert vor sich hin. Ganz selten reiße ich etwas aus, außer wenn das sogenannte Unkraut  gar zu dicht wächst. Mein Garten schenkt mir jedes Jahr eine reiche Ernte: Fürs Auge, für den Magen und fürs Herz.


Nochmals zum Grundgedanken:
Die Vorbereitungsphase, das „Bereitmachen“  ist eine wichtige Voraussetzung für das Gedeihen und später für die Fülle bei der Ernte.

Ist es nicht auch so im Leben?
Vorbereiten – Säen - Ernten
Wenn ich die Basis, die „Erde“ nicht gut vorbereitet habe, wird der Same schlecht keimen, oder gar nicht keimen.


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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Wallner-F. (Dienstag, 10 März 2015 12:32)

    DIE MUSIK IN UNS - IN MIR hat mir sehr gefallen. Das heißt nicht, dass mir sonst nichts gefiel, im ersten Augenschein sogar sehr viel. Liebe Grüße Wolfgang