Wie riecht der Sommer?

 

 

Schon wenn ich diese Frage lese, ziehen Bilder an mir vorbei, die ich mit Gerüchen des Sommers in Verbindung bringe. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Düfte, ihre eigenen Gerüche.

 

 

Wenn ich zum Beispiel am Morgen eines Frühsommertages hinaus in den Wald gehe, umfängt mich die Dichte dieser  und es bereitet mir Spaß einzelne daraus zu erkennen.

 

Sie erreichen aus jeder Richtung meine Nase und ich öffne sie bewusst und nehme einen längeren Atemzug. Es ist der Duft der Fichtennadeln verbunden mit dem unverkennbaren Geruch des Harzes, das durch die Sonnenstrahlen erwärmt, sich mit meinen Sinnen verbindet. Die Erinnerung und Anbindung an die Jahreszeit Winter drängt sich mir fast auf.

 

Es ist die Hollunderblüte, die für mich fast sichtbar ganz lichte Duftschleier bildet und mich einhüllt, umhüllt und je nach Blühstand anders riecht.

 

Da mich mein Weg an einer Grünkompostanlage vorbeiführt, sind meine Geruchsnerven gefordert , denn nicht alles ist lieblich, was hier in der Luft hängt, es intensiviert sich im Sommer.
Meine Spürnase nimmt auch den unangenehmen Geruch der Stinklorchel auf und mein Gehirn kombiniert: „In der Nähe dieses Pilzes findest du meistens auch Genießbare!“ , und ich suche mit meinen Augen gezielt den Umkreis ab, oft werde ich wirklich fündig.

 

Lavendel und Rosen nicht zu erwähnen und sie mit dem Sommer in Verbindung zu bringen wäre Vernachlässigung. Wenn ich auf meinen Wandertouren und Spaziergängen an Rosenbüschen vorbeikomme umfasse ich gerne behutsam eine Blüte mit meiner Hand , beuge mich darüber und bilde mir ein, so den Duft noch konzentrierter in mir aufzunehmen: die Ahnung eines Duftes bei den einfachen Heckenrosen im Wald oder auf dem Berg, fast im Gegensatz dazu die intensive Geruchsexplosion einer Duftrose. Manches Mal bin ich enttäuscht, weil mich der Farbenrausch Duft erwarten ließ und ich dennoch nicht einmal den Ansatz davon wahrnehme. Das bedeutet nicht, dass ich nichts rieche, aber es ist nicht Rosenduft, sondern das Grün der Pflanze. Durch die Züchtung ging der Duft verloren und nur die Farbe der Blüte ruft in mir den überschwänglichen Rosenduft als Erinnerung wach.

Es das Geruchspotpouri an Kräutern, das mich umfängt, wenn im Gebirge unterwegs bin, je weiter oben, desto intensiver. Quendel riecht in meinem Garten anders als in 1500m an einem heißen Sommertag. Es gibt dann nichts Schöneres als mich einfach auf den Boden zu legen, die Augen zu schließen und mich all den Düften zu öffnen, die an meiner Nase vorbeistreichen. Klarerweise sind da ab und zu auch vorwitzige Insekten, die sich brummend, summend ankündigen, oder auch lautlos und mich mit einer Blüte verwechseln

 

 

Ja, Sommer ist bei mir auch untrennbar mit dem Geruch frisch abgeernteter Getreidefelder an einem heißen Sommerabend, mit den Geruchsschwaden des Grillgutes aus den Nachbargärten, mit der Ahnung des Geruches von Himbeeren und Pilzen im Wald, mit Sonnencreme an den Ufern der Badeseen verbunden. Alle Gerüche und Düfte aufzuzählen wäre ein Ding der Unmöglichkeit.

 

 

Während ich jetzt am Computer sitze und diese Gedanken tippe, ziehen vor meinem inneren Auge all die Bilder vorbei, die ich mit dem Sommer verbinde . Es sind nicht nur die Düfte, sondern diese sind für mich untrennbar mit all den anderen Sinnenswahrnehmungen verbunden, dem Hören, dem Lauschen, dem Fühlen und Spüren, dem Schmecken, dem Sehen und dem Wahrnehmen. Ich kann sie nicht vom Riechen trennen.

 

Es ist eine intensive Zeit und sie beschenkt uns mit diesen sinnlichen Wahrnehmungen, die wir dann im Winter abrufen können, wenn wir uns an den Sommer erinnern möchten: an all die langen hellen Abende mit Freunden oder allein, das grelle Licht der Sonne auf einem Gipfel, am Meer, am Ufer eines Sees oder eines Flusses und an die Buntheit und Fülle der Natur.

 

 

 

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  • #1

    Wolfgang Wallner-F. (Dienstag, 10 März 2015 12:32)

    DIE MUSIK IN UNS - IN MIR hat mir sehr gefallen. Das heißt nicht, dass mir sonst nichts gefiel, im ersten Augenschein sogar sehr viel. Liebe Grüße Wolfgang